Sportliche Ausflüge

In Ausflüge

Erstellt am: 6. Jan. 2021

Von Manfred Goschler

Natascha Badmann, Quelle WikiCommons

Triathlon ist eine Ausdauersportart, die in einem Mehrkampf mit den Einzeldisziplinen Schwimmen, Radfahren und Laufen auf unterschiedlich langen Strecken betrieben werden kann.
Es gibt viele gute Beiträge in Büchern und Zeitschriften über diesen Sport. Herausgreifen möchte ich ein Buch von  Joe Friel und Gordon Byrn, die als eine der ersten in „Going Long“ umfassend die verschieden Aspekte des Triathlons beschrieben haben. Dabei geht es auch um die Ziele dieses Sports, die nicht nur auf einen  Wettkampf ausgerichtet sind, sondern einen Prozess zur eigenen Weiterentwicklung beschreiben. 

Wie hat alles angefangen?

Bewegungsmangel Quelle: Flickr von FBellon, cc-by-2.0

In jüngeren Jahren, Mitte 40, körperlich durch das tägliche Sitzen vor einem Computerarbeitsplatz schon etwas eingerostet, hatte ich bislang zu wenig getan, um eine breitere Grundfitness zu erlangen und auch  einseitige  Belastungen auszugleichen, obwohl der Wunsch sich öfters zu bewegen durchaus da war. Es  gab weitere rationale Gründe für mehr Bewegung:  In der Jugend eine Empfehlung meines Hausarztes, täglich 5 km zu laufen, wollte ich nicht folgen. Sehr viel später störte mich mangelnde Ausdauer bei der Ausübung  anderen Sportarten wie Windsurfen, Snowboarden oder  Bergwandern.

Gerbil Wiki Commmons, CC BY 3.0

Deshalb kam die Erzählung eines Freundes  gerade zur rechten Zeit. Er wohnte in dieser Zeit (Jahr 2004) in Heidelberg und sprach während eines Familienfestes von einem „Heidelbergman“ , was ich zunächst mit einen Knochenfund assoziierte, der aber, wie ich später herausfand,  Heidelbergensis heißt und sich auf den ältesten Knochenfund eines Menschen in Deutschland bezog (Sorry für diese Abschweifung). 

Tatsächlich handelte beim Heidelbergman um eine Triathlonveranstaltung über die Olympische Distanz in unserer Metropolregion Rhein-Neckar . Die Aussicht, ausgehend von  der Altstadt in Heidelberg schwimmend,  Fahrrad fahrend und laufend den Neckar, Königsstuhl und den Philosophenweg zu bezwingen,  erschien mir wegen der besonderen Umgebung von Stadt und Natur  besonders attraktiv. Der Rest, das Unbekannte, tat ein Übriges, um auf eine Entdeckungsreise zu gehen und mich für dieses  Abenteuer zu begeistern.

Quelle: Tri-mag.de, April/Mai 2016 (Auszug)

Über die sportlichen Anforderungen für diesen Wettbewerb habe ich mir wenig  Gedanken gemacht, Hauptsache dabei sein und eine neue Erfahrungen sammeln. Nachdem ich mich für die Teilnahme zur heißen Jahreszeit angemeldet hatte, bin ich mit  Zuversicht, aber auch besonderer Anspannung an den Start gegangen und musste dann ein bewegendes Wechselbad der Gefühle erleben und auch feststellen, dass ich neben der Renneinteilung viele andere Punkte einfach unterschätzt hatte. Am Ende, nach einem harten Kampf gegen den Besenwagen, der das Zeitlimit markiert, konnte ich noch innerhalb der erlaubten Zeit das Ziel erreichen. Damit gab es noch ein kleines „Happy End“, obwohl ich mir das das einfacher vorgestellt habe und meine Familie mich wesentlich früher im Ziel erwartet hat.

Triathlon als Wettkampf?

Triathlon ist eine Ausdauersportart, die unterschiedlichen Einzelsportarten Schwimmen, Radfahren und Laufen kombiniert. Viele von uns haben die eine oder andere dieser Sportarten schon ausgeübt, oder tun es immer noch. Warum sollte ich aber an einem Wettkampf teilnehmen?

Obwohl ich gerne jogge oder mit dem Rad bewege, und mir auch wünschte mich im nassen Element besser fortbewegen zu können, hatte ich bisher kein regelmäßiges Training um diese Sportarten besser kennenzulernen. Schwimmen war dabei ganz außen vor. Somit lockte nicht nur die Möglichkeit diese Sportarten zusammen mit Könnern dieses Sports in einem Wettkampf auszuprobieren, sondern auch die reizvolle Umgebung in Heidelberg .

Heidelberg, mg200512

Eine Anmeldung zu einer Triathlonveranstaltung löst eine Art Verpflichtung aus, an einem zukünftigen Tag X eine mehr oder weniger große sportliche und mentale Herausforderung zu bewältigen. Diese Verpflichtung löst eine positive Spannung  aus und motiviert Körper und Geist auf dieses Ziel stärker auszurichten.  Diese Konzentration hilft, die für die Veranstaltung notwendigen Dinge, besser vorzubereiten, z.B. neue Bewegungsabläufe wie das Kraulschwimmen zu lernen, oder einem Trainingsplan zu folgen und dabei Prioritäten zu setzen. Das war bei meiner ersten Veranstaltung in Heidelberg der Fall und ist bis heute so geblieben. Besonders motivierend ist eine Anmeldung zu einem Wettbewerb über  die Triathlon-Langdistanz wie der Challenge Roth, oder eines Ironmans, dessen bekanntester in Hawaii ist, wo auch die Weltmeisterschaft ausgetragen wird.

Mit dieser Motivation im Rücken lässt es sich nun leichter trainieren und auch schwächere Momente an weniger guten Tagen überbrücken. Ist der Tag X dann erreicht und man hat es geschafft rechtzeitig mit vollständigem Equipment in den Wechselzonen eingecheckt zu haben, geht es nun am Renntag in die heiße Phase des Abenteuers Triathlon. Während und nach dem Check-In kann man sich in einer spannungsgeladenen Atmosphäre noch mit Freunden oder anderen Athleten austauschen oder sich auf den Start  konzentrieren.

Nachdem der Startschuss fällt,  ist die nächste Hürde geschafft und man darf auf die kommenden Stunden gespannt sein. Während des Wettkampfs geht es zunächst darum die richtige Renneinteilung zu finden und sich in der Anfangseuphorie nicht vollends zu verausgaben. Mit der Fortdauer des Rennens, insbesondere der letzten Disziplin, dem Laufen,  wächst die Anstrengung eine einmal eingeschlagene Geschwindigkeit aufrechtzuhalten. Damit wächst auch der Wunsch endlich das Ziel zu erreichen. Mit dem Überqueren der Ziellinie fällt dieser Ballast ab und Freude über das Finish macht sich breit. In der Zielzone stehen nun kalte Getränke und kleine Leckereien bereit, um sich in der Ruhezone zu erholen. Man kann diese Veranstaltungen  auch im Kreis der Familie oder Freunden ausklingen  lassen,  auch etwas ausgelassener  wie z.B. beim Triathlon in Ladenburg der zum Abschluss noch zu einem ausgelassenen Fest mit einer Rockband einlädt.
Eine umfassende Darstellung dieses Sports hatte ich in meinem erste Buch  „Going Long“ von Joe Friel & Gordon Byrn gelesen, dass viele Aspekte des Triathlons genauer beschreibt . Besonders reizvoll fand ich den Einführungsteil, wo Triathlon als eine Art Reise beschrieben wird.  Später sind mir auch andere gute Bücher in die Hände gefallen, so z.B. von Hermann Aschwer, der  Triathlon auch aus Sicht des gereifteren Athleten beschrieben hat

Triathlon als Lifestyle?

Triathlon ist ein vielfältiger Sport der von unterschiedlichen Menschen mit unterschiedlichen Talenten und  Zielen an unterschiedlichen Orten betrieben werden kann.
Die Ausübung dieses Sports unterstützt eine gesunde Lebensweise,  weil sie neben einem Bedürfnis nach Bewegung auch die entsprechenden Voraussetzungen dafür mit einbezieht, wie z.B. die Ernährung. Wir können Erfahrungen aus diesem Sport auch für unser alltägliches Leben gewinnen,  wo es auch darum geht, sich selbstbestimmte Ziele zu setzen und deren Umsetzung zu verfolgen. Wir trainieren dabei die Ausdauer und den Willen, die uns auch helfen schlechtere Tage  im alltäglichen Leben besser zu überwinden. Wir lernen unsere Grenzen besser kennen, die uns achtsamer werden lassen.
 Bewegung und Sport
Wenn wir uns sportlich bewegen wollen und Abwechslung suchen können wir uns beim Triathlon zwischen den Einzelsportarten  Schwimmen, Laufen oder Radfahren wählen. Dabei können wir gerade das Radfahren in unser  Alltagsleben integrieren und als Verkehrs- und Transportmittel einsetzten.  

Training
Ein Kind muss sich auch fortlaufend anstrengen und schrittweise durch ständiges Üben lernen, bis es schließlich laufen kann.  Das gilt auch für diese Sportarten, die geübt werden müssen, um sich zu verbessern. Mit der „Motivationshilfe“ Wettkampf macht es besondere Freude sich intensiver damit auseinanderzusetzen. Das gilt insbesondere für das Kraulschwimmen, das immer geübt werden muss.  Selbstverständlich müssen wir uns dazu dabei auch anstrengen, aber mit der richtigen Einstellung haben wir Freude daran „etwas zu bewegen“ und weiter zu lernen.  

Lernen und Erfahrung sammeln
In einem regelmäßigen Training verbessern wir die Bewegungsabläufe und gleichzeitig unsere Leistungsfähigkeit und gehen mit wachsender Erfahrung auch  achtsamer mit Ressourcen und Zielen um. Glücklicherweise erlaubt dieser Sport eine große individuelle Bandbreite, wie er betrieben werden kann. Im Gegensatz zu einem Triathlonprofi, kann ein Amateur, diesen Sport als Hobby ansehen,  dem er nicht alles unterordnen muss. Somit kann sich  auch ein Hobbysportler, dessen Zeit für Training oft durch Beruf und andere Dinge begrenzt sind, nach Alternativen für ein zeitaufwendiges Triathlontraining suchen. Hier genau liegt die große Chance für diese Sportler durch eine stärkere Integration in das alltägliche Leben und weg von einem strikten Trainingsplan.

Rad und Fußweg auf dem ehemaligen Rehbachbett in Neuhofen

So kann vielleicht eine Autofahrt im Berufsverkehr durch eine schöne Fahrradtour ins Büro ersetzt werden.  Oder im Urlaub mit einem Mountainbike eine schöne Tour durch die Berge gemacht werden. Oder bei einer Wanderung oder einem Lauf die Berge genießen. Wie bei einer Sightseeing Tour bei warmer Witterung im Sommer mit dem Rad. Es gibt viele Möglichkeiten.

Seebensee bei Ehrwald
Zermatt
Roth 2018
Campingplatz in Roth
Rundum Schlicht schön

Schwimmen, Radfahren und Laufen in der Metropolregion. Dies alles fühlt sich nicht wie hartes Training für Triathlon an, obwohl es das durchaus sein kann.

Etwas Technik
Neben den rein sportlichen Aspekten gibt es technische Aspekte dieses Sports, was die Ausrüstung betrifft. Während beim Schwimmen und Laufen die körperliche Kraft noch mehr oder weniger natürlich in eine Fortbewegung im Wasser oder an Land umgesetzt wird, treibt der Mensch beim Radfahren die Mensch-Maschine Einheit wie ein Motor an.  Da sich die erreichbare Geschwindigkeit des Fahrrads von der Motorleistung, d.h. des Krafteinsatzes des Menschen und  den Widerständen zusammensetzt, die diese Einheit bremsen zusammensetzt, liegt das Optimierungspotential in der Reduzierung dieser Widerstände, allen voran der Luftwiderstand, der bei steigender Geschwindigkeit überproportional zunimmt.  Deshalb sieht man Triathleten auf dem Fahrrad meist in einer aerodynamischen und hoffentlich bequemen Position für sie. Manche technikaffine Triathleten legen auch selbst Hand an ihre Triathlonmaschinen, um sie optimal auf ihre Bedürfnisse und ihren Geldbeutel anpassen.

Etwas Ästhetik
Die Form dieser „Mensch-Maschine Einheit“ hinterlässt manchmal auch einen besonderen optischen Eindruck durch die Harmonie und Kombination der natürlichen und technischen Elemente, was oft durch ein entsprechendes Design und Farben noch unterstrichen wird. Das motiviert neben den Technikern auch die Ästheten unter den Triathleten. Somit ist es nicht verwunderlich, dass mittlerweile sehr viele dieser kunstvoll und technisch bestens ausgestatteten Räder auch bei Hobbyathleten zu finden sind. Auch akustisch haben manche Räder etwas besonderes zu bieten: Ihre hochprofilierten Felgen aus Karbon geben ein monotones und wimmerndes Geräusch ab, das mit der Geschwindigkeit zunimmt und offensichtlich manche Athleten besonders motiviert in die Pedale zu treten.

 

Abenteuer Wettbewerb
Eine Triathlonveranstaltung ist wegen vieler Unwägbarkeiten mit  kleinen oder größeren  Abenteuern verbunden. Man trifft dort auf andere hilfsbereite Athleten und Zuschauer, mit denen über den Sport gesprochen wird. Die ganze Atmosphäre ist motivierend und wird oft in geselliger Runde beendet. Der Wettbewerb erinnert uns auch, dass wir mit unseren Anstrengungen nicht nachlassen sollten. Das heißt mit einer Anmeldung verfolge ich auch ein Leistungsziel, mindestens nämlich zu „finishen“ und damit innerhalb einer vorher festgelegten Zeit das Ziel zu erreichen.

Triathlon ein Genuss?
Diese Frage mag  befremdlich klingen. Ich bekomme sie manchmal zu hören, vielleicht weil sie eher mit dem Gegenteil in Verbindung gebracht wird, nämlich mit Schmerzen oder zumindest großen Anstrengungen. Muss es aber nicht.
In der Rheinpfalz vom Sonntag, den 27.12.20, „Ein Jahr Genuss“ wurde über Jan Frodeno, ein Spitzenathlet seines Fachs, berichtet, dass er  seinen letzten Weltmeistertitel wegen der wettkampffreien Zeit auch ein wenig länger genießen konnte. Inwieweit das überhaupt in diesem Sport für Profitriathleten möglich ist, kann ich nicht beurteilen. Ich möchte an dieser Stelle auch nicht fragen, welchen Genuss ein Berufstätiger bei der Ausübung seiner Tätigkeit empfindet. Wenn man unter Genuss alle im Zusammenhang mit Triathlon gemachten positiven Empfindungen versteht, dann sehe ich aber diese Möglichkeit für den Hobbytriathleten schon. Dabei muss dieser keine besonderen Voraussetzungen mitbringen, insbesondere was seine eigene Leistungsfähigkeit angeht, um mit diesem Sport Freude zu haben.  Es reicht eigentlich der Wunsch nach regelmäßiger und vielfältiger Bewegung aus. Richtige Freude kommt auf, wenn die richtige Balance zwischen Anstrengung und Erholung gefunden ist und die eigenen Ambitionen nach „immer weiter, schneller, besser …“ unter Kontrolle sind. Dann ist viel Platz für Genuss.

Persönliches Fazit

Neben den bereits angesprochenen Aspekten (Triathlon) reizt mich am Triathlon besonders die Ausübung des Sports in der freien Natur ab der Haustürkante und die Möglichkeit ihn mit anderen Aktivitäten zu verbinden.

Obwohl ich nachvollziehen kann, dass sich Profis oder ambitionierte Triathleten ganz auf diesen Sport konzentrieren müssen, kann Triathlon auch eine Art „Basissportart“  für Hobbyathleten sein, um Bewegung, Kraft und Ausdauer  nach Gefühl und mit zeitlicher Begrenzung als Teil eines Lebensstils sein. Als Naturliebhaber liebe ich die Berge, das Meer, die Wälder und Seen und viele andere Dinge. Deshalb übe ich diesen Sport am liebsten dort aus und nutze zugleich die Möglichkeiten, die jeweilige umliegende Natur per Lauf oder Rad zu erkunden.

Neben einem verhaltenen „Genuss“-Training, gehören aber auch sportliche Einheiten im Training dazu, an persönliche und vertretbaren Belastungsgrenzen zu gehen, um sich im Frühjahr eines Jahres wieder in Form zu bringen und Ausdauer und Willensstärke zu trainieren.

 Deshalb  ist eine Teilnahme an Triathlonveranstaltungen als Motivationshilfe wichtig und darüber hinaus auch immer wieder ein besonderes Erlebnis und Abenteuer dazu.  Gerade die Triathlon Veranstaltungen im Rahmen des Triathlon-Cup Rhein-Neckar bieten dafür einen tollen Hintergrund.  Darüber hinaus gibt es immer etwas Neues auszuprobieren und zu lernen. Und sich auch um gern vernachlässigten Themen zu kümmern, nicht nur darüber zu lesen.
Regelmäßige Gymnastik, Krafttraining und gesündere (natürliche) Ernährung.
Wie sagt doch Erich Kästner in einem Zitat: „Es gibt nichts Gutes außer man tut es“.

Die Vielfältigkeit des Sports mit seinen Bewegungsabläufen hat mich 2017 zum Titel und Label dieser Webseite inspiriert.  

Anmerkung, 6.1.21: Nachdem ich heute diesen Beitrag erfasst habe,  fällt mir auf, dass er zu lang geraten ist und besser strukturiert sein sollte, sorry.